Wie Tinder uns alle erschöpft zurücklässt

Online-Dating-Apps ich Pass

SZ-Magazin: Sie sind Soziologieprofessorin in Jerusalem — und schreiben, dass Online-Dating nach Marktmechanismen funktioniert. Eva Illouz: Das Internet hat den Markt an verfügbaren Partnern sichtbar gemacht. Auf Tinder sieht man alle möglichen Sexualpartner in einem Radius von drei Kilometern. Und wir sprechen von Partnern, die ebenso gewillt sind, sich mit einem einzulassen. Genau diese Möglichkeit, das ganze Angebot zu sehen, macht einen Markt zu einem Markt. Auf Tinder entscheiden sich Menschen oft in weniger als einer Sekunde für oder gegen potenzielle Partner. Wie verändert das die Art der Partnersuche?

Tindern kann süchtig machen

Tinder , Lovoo und Konsorten haben häufig nicht den besten Ruf. Da gehe es doch sowieso nur um Sex und wie oberflächlich das alles gegrüßt und überhaupt. Ich kann bei solchen Vorwürfen nur die Achseln zucken und meinen Freund verschwörerisch anschauen.

Das Berufsrisiko

Allgemeinheit Dating-App Tinder hat die Liebe verändert. Vor allem hat sie zu einer grossen Müdigkeit geführt. Das vergangene Jahrzehnt hat die Liebe verändert. Ich meine den Anfang der Liebe, die erste Begegnung, bei der man höchstens eine Ahnung hat, dass hier etwas Grosses entstehen könnte. Seither hat die Technologie die Gefühle banalisiert. Einmal nach progressiv wischen — kein Interesse. Einmal nach rechts wischen — schauen wir mal. Und zwar sofort.

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