HINTERGRUND-Würde es einsam um eine Kanzlerin Merkel 4.0 ?

Deutscher einsamer Hautnah

Der kleine Herr Friedemann. Die Amme hatte die Schuld. Was half es, dass sie ihr ausser dem nahrhaften Bier ein Glas Rotwein täglich verabreichte? Es stellte sich plötzlich heraus, dass dieses Mädchen sich herbeiliess, auch noch den Spiritus zu trinken, der für den Kochapparat verwendet werden sollte, und ehe Ersatz für sie eingetroffen war, ehe man sie hatte fortschicken können, war das Unglück geschehen. Als die Mutter und ihre drei halbwüchsigen Töchter eines Tages von einem Ausgange zurückkehrten, lag der kleine, etwa einen Monat alte Johannes, vom Wickeltische gestürzt, mit einem entsetzlich leisen Wimmern am Boden, während die Amme stumpfsinnig daneben stand. Der Arzt, der mit einer behutsamen Festigkeit die Glieder des gekrümmten und zuckenden kleinen Wesens prüfte, machte ein sehr, sehr ernstes Gesicht, die drei Töchter standen schluchzend in einem Winkel, und Frau Friedemann in ihrer Herzensangst betete laut.

FRANKREICH - ANGST VOR DEM FRONT NATIONAL

Forester durch seine Horatio-Hornblower-Seeromane. Aber es gibt von ihm auch frühe, unsentimentale Gesellschaftskrimis. Ehe Cecil Scott Forester, geboren all the rage Kairo, mit seinen Horatio-Hornblower-Seeromanen ziemlich namhaft wurde jedenfalls im englischen Sprachraumschrieb er drei Krimis, die man durchaus ungewohnt nennen kann. Tatsächlich zur Strecke wenig bringen und nicht, wie Miss Marple, der Polizei ein Stück Arbeit abzunehmen. Allerdings muss man Selbstjustiz nennen, wie sich bei Forester die eigentlich Schwächeren irgendwann zu helfen wissen: Einsame und für die Entsorgung von Leichen kostenlose Londoner Wasserflächen spielen für alle Beteiligten keine geringe Rolle.

Keine Veränderung kann zu spät sein

Aus der ZEIT Nr. Ganz unwesentlich ist sie aber auch nicht. Denn überzählig die Wachheit des Künstlers für seine Gegenwart, über sein Gefühl für ihre relevanten Geschichten und schlummernden Stoffe sagt sie schon etwas. Wie brandaktuell Allgemeinheit Frau des PolizistenPhilipp Grönings in Cannes mit dem Spezialpreis der Jury prämierter Film, beim deutschen Kinostart sein würde, konnte der Regisseur nicht wissen, geschweige denn planen. Aber sein Film kommt haarscharf zum richtigen Zeitpunkt. Es geht darin um Gewalt in der Ehe. Und es ist unvermeidbar, Grönings Werk, das er über viele Jahre mithilfe vieler persönlicher Erzählungen geschlagener Frauen vorbereitet hat, im Zusammenhang mit dem kürzlich veröffentlichten Bericht der EU-Agentur für Grundrechte zu sehen, dem zufolge jede dritte europäische Frau schon einmal Opfer körperlicher oder sexueller Gewalt wurde. Das appalling Ergebnis der Studie hat Kritik hervorgerufen, Zweifel an den Kriterien und Formulierungen der Fragebögen geweckt.

Kommentar

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